17.4.1940 – 8.8.2026
Der Vorstand der GCJZ München spricht allen trauernden Angehörigen und Weggefährtinnen und -gefährten von Pfr. Rupert Frania seine aufrichtige Anteilnahme aus und erinnert dankbar an das, was er für unseren Verein und die christlich-jüdischen Beziehungen geleistet hat.
Von der Theologie des Zweiten Vatikanischen Konzils geprägt, war der Dialog und die Zusammenarbeit mit den jüdischen Geschwistern für ihn nicht einfach eine schöne Randbeschäftigung, sondern gehörte für ihn zum Kern christlichen Glaubens und kirchlichen Handelns. Der frühere Ökumenereferent der Erzdiözese Prälat Dr. Michael Höck und das damalige jüdische Vorstandsmitglied Dr. Hans Lamm waren es, die Pfr. Frania nach eigenen Angaben zur Mitarbeit in der Münchner GCJZ bewegt haben.
Er wurde erstmals 1983 zum katholischen Vorsitzenden der Gesellschaft gewählt und blieb dies bis 1999. Frania war durch sein profundes theologisches Wissen sowie seine vielfältigen Kontakte zur jüdischen Seite, die er über die Jahre aufbaute, eine tragende Säule des Vereins und des christlich-jüdischen Dialogs im Münchner Raum. Mitglieder und Interessierte schätzten seine zahlreichen Vorträge und seine Ansprachen etwa bei der jährlichen Woche der Brüderlichkeit.
Ein besonderes Steckenpferd waren auch die Studien- und Pilgerreisen ins Heilige Land, nach Israel und Jordanien, die er in den 1980- und 90er Jahren für die Gesellschaft oder auch seine Pfarrgemeinden durchgeführt und mit denen er vielen Menschen einen lebendigen Zugang zur biblischen Geschichte und zu den gemeinsamen Wurzeln von Judentum und Christentum eröffnet hat. Die Liste der Grußworte zu seiner Verabschiedung aus dem Vorstand damals ist beeindruckend und reicht vom damaligen Bayr. Ministerpräsidenten Edmund Stoiber über den damaligen Botschafter des Staates Israel Avi Primor bis Lea Rabin.
In seine Amtszeit fiel auch das 50-jährige Gründungsjubiläum der Gesellschaft und er war wesentlich an der Erstellung der damaligen Festschrift beteiligt. In einem Beitrag zu dieser Festschrift mit der Überschrift „Gemeinsam unterwegs“ schrieb er am Ende von seinen Hoffnungen: „Und endlich träume ich davon, dass wir unbefangen vor den einen Gott und Vater aller Gläubigen hintreten könnten, im gemeinsamen Beten und Singen. Und schließlich, wenn es gar gelänge, am Ende nur noch darüber zu streiten, wer seine Gebote besser erfüllt: dann stünden wir gemeinsam an den Pforten des Himmlischen Jerusalems.“ Möge sich diese Vision nun für Rupert Frania erfüllen, möge seine Seele eingebunden sein in den Bund des Lebens.
Der Vorstand
