»Teresa von Avila – ihre jüdischen Wurzeln«

Im Gehen entsteht der Weg

Vortrag von P. Dr. Ulrich Dobhan OCD

Als um die Mitte des letzten Jahrhunderts allmählich bekannt wurde, dass Teresas Vater einer jüdischen Familie entstammte und somit Teresa eine „Conversa“ war, brach damit ein lange gepflegtes Teresa-Bild zusammen; sie galt bisher als „höchste Synthese der Rasse“. Der Vortrag beschreibt kurz, wie Teresas wahre Abstammung entdeckt wurde, und zeigt dann, wie sich diese in ihrem Leben auswirkte.

Mitveranstalter: Provinzialat der Deutschen Provinz des Teresianischen Karmel, Münchner Bildungswerk e. V.

Veranstaltungsort: Ehemalige Karmeliterkirche, Karmeliterstr. 1, 80333 München (U 4/5; S 1-8 Stachus; Straßenbahn 19, Lenbachplatz)

Eintritt: frei

»War Luther Antisemit? Das deutsch-jüdische Verhältnis als Tragödie der Nähe«

Im Gehen entsteht der Weg

Buchvorstellung mit Dietz Bering

Der Historiker und Sprachwissenschaftler Dietz Bering wirft ein neues Licht auf Luthers rätselhaften Wandel vom Judenfreund zum erbitterten Judenfeind und findet zu einer differenzierten Deutung: Das Verhältnis von Luther zu den Juden zeigt sich als „Tragödie der Nähe“.

Mitveranstalter: Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde

Veranstaltungsort: Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18 (U 3/6 und S 1-8 Marienplatz)

Eintritt: 7.- Euro (erm. 5.-; Schüler und Studenten frei)

Voranmeldung: Mo – Do 15.00 – 19.00 Uhr;

Kontakt: Tel. 202 400 491; karten@ikg-m.de

Grußwort des Bayerischen Ministerpräsidenten

Im Gehen entsteht der Weg

Persönliche Begegnung und ein offener Gedankenaustausch sind wichtige Voraussetzungen für wechselseitiges Verständnis, Toleranz und ein gelingendes Zusammenleben. Das ist die Lehre, die Juden und Christen in Deutschland nach den schrecklichen Verbrechen des Nationalsozialismus durchlaufen haben, das ist eine Erfahrung, die viele gesellschaftliche und religiöse Gruppen in aller Welt machen mussten und machen werden. Aus vielen Schritten der Begegnung entsteht ein gemeinsamer Weg.

Diesen Gedanken greift die Woche der Brüderlichkeit 2015 auf. Dass dieser gemeinsame Weg von Juden und Christen in Deutschland keine Selbstverständlichkeit ist, dass er gepflegt und immer wieder engagiert in die Zukunft hinein verlängert werden muss, haben beunruhigende Ereignisse des vergangenen Jahres gezeigt. Der Antisemitismus ist auch in unserer Gesellschaft keineswegs überwunden. Umso mehr fühlen wir uns verpflichtet, auf der Basis unserer Vorstellung von Menschenwürde und Demokratie allen entsprechenden Tendenzen kraftvoll und entschlossen entgegenzutreten.

Ich danke allen Mitwirkenden, die im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit gemeinsame Schritte unternehmen, um das Zusammenleben von Juden und Christen in unserer Gesellschaft auch weiterhin erfolgreich zu gestalten. Den Teilnehmern der Veranstaltungen wünsche ich interessante Eindrücke, gute Gespräche und nachhaltige Stärkung für den gemeinsamen Weg in die Zukunft.

 

Horst Seehofer

Zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus 2015

Gespräch mit der Zeitzeugin Frau Helga Verleger

„Ich glaube schon an ‚Bestimmung‘, so wie es gelaufen ist…“

Der Abend wurde moderiert von Dr. Andreas Heusler (Stadtarchiv München)

Helga Verleger wird am 30. Mai 1925 in Berlin als Tochter von Hanna Messner geb. Löwenstein (1. Februar 1900) geboren. Die Eltern lassen sich 1928 scheiden. Später heiratet die Mutter Bruno Jonathan Drexler (geb. 28. Dezember 1898), der Helga adoptiert. Die Familie gehört dem Mittelstand an und leitet die Filiale der Großeltern, eine Lederwarenhandlung.
1931 wird Helga eingeschult, Ende 1938 muss sie auf Anordnung der Schulleitung das Schiller-Oberlyzeum verlassen. Diverse Versuche der Eltern, Deutschland zu verlassen, scheitern. Der Vater versäumt bei der Deportation 1942 nach Riga die letzte Chance, die Mutter vielleicht zu retten. Nach Stationen in Jägalla, Reval, Goldfils, Ereda und KZ Stutthof erfolgt ab 1944 die „Rückkehr“ in die Heimat über Bromberg, Immenheim, Falkenburg, Dramburg, Usedom und schließlich am 18. Juni 1945 Berlin. Ihre Eltern sterben: die Mutter bereits am Bahnhof Raziku in einem „Vergaserbus“, der Vater im Lager Dorpot.
Mit ihrem Ehemann – mit „Auschwitz-Nummer“ – führt Frau Verleger in Ravensburg ein Geschäft. Sie bekommen drei Kinder: Peter (studierte in Jerusalem Jura / Leitung Jeshiwa), Rolf (studierte in Konstanz Klinische Psychologie) und Tochter Hanna-Miriam (studierte in Jerusalem Medizin / Kinder-Oberärztin). 1965 stirbt Frau Verlegers Ehemann. Seit 1970 lebt sie in München.

Ort: Jüdisches Museum München, St.-Jakobs-Platz 16, München

Uhrzeit: 19:00

Kooperation mit dem Jüdischen Museum München